EWB investiert erneut – aber maßvoll
Esslingen. Das Bauen war auch im vergangenen Jahr schwierig, aber nicht unmöglich. Das ist eine Erkenntnis aus dem Geschäftsbericht 2024 der EWB Esslinger Wohnungsbau GmbH. Erneut hat die Wohnungsbaugesellschaft nicht nur in Neubauprojekte investiert, sondern auch die Modernisierung und Dekarbonisierung ihres Bestands weiter vorangetrieben. Allerdings mit mehr Augenmaß angesichts der nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Unterm Strich konnte die EWB ihr Jahresergebnis, ihre Umsatzerlöse und ihre Eigenkapitalquote im vergangenen Jahr noch einmal verbessern.
Anhaltend hohe Bau- und Energiekosten, der Fachkräftemangel, unzuverlässige Fördermittel, die Folgen des Klimawandels sowie politische Unsicherheit diesseits und jenseits des Atlantiks – die Rahmenbedingungen sind 2024 im Vergleich zu 2023 nahezu unverändert geblieben. Kein Grund jedoch für die EWB, zu stagnieren.
„Natürlich können wir angesichts der Umstände nicht voranpreschen, aber entschlossen vorangehen. Das haben wir 2024 getan. Und mit dem Ergebnis können wir durchaus zufrieden sein“, sagte Hagen Schröter. Der EWB-Geschäftsführer stellte die Geschäftszahlen 2024 gemeinsam mit Oberbürgermeister und EWB-Aufsichtsratsvorsitzenden Matthias Klopfer sowie dem stellvertretenden EWB-Aufsichtsratsvorsitzenden Kai Scholze am 5. August vor. „Mit ihrer Expertise, ihrem Engagement und ihrer Flexibilität leistet die EWB einen wichtigen Beitrag dazu, dass auch in herausfordernden Zeiten wie diesen bezahlbarer Wohnraum in Esslingen weiterentwickelt und erhalten wird.“; betonte Matthias Klopfer.
Der Jahresüberschuss stieg auf über 1,6 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf rund 17 Prozent. Diese stabile finanzielle Ausstattung gibt der EWB ausreichend Spielraum für künftige Investitionen, um die Zukunfts- und damit die Marktfähigkeit ihres Bestands weiterhin zu sichern.
Das gute Ergebnis resultiert hauptsächlich aus der Hausbewirtschaftung. Die Nettoumsatzerlöse stiegen hier ebenfalls: um knapp 1,6 Millionen auf über
29 Millionen Euro. Darin erhalten sind die Erlöse aus neu erstellten und erstmals vermieteten Wohnungen sowie moderate Mieterhöhungen. Trotzdem lag die durchschnittliche Nettokaltmiete 2024 bei 8,04 Euro pro Quadratmeter und damit wie schon in den Jahren zuvor unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete. Die Vermietungsquote lag bei 99,23 Prozent – ein hoher Wert, der auf die anhaltend starke Nachfrage nach gutem und erschwinglichem Wohnraum in Esslingen zurückzuführen ist.
Im Bauträgergeschäft konnte die EWB Projektmanagement und Bauen GmbH & Co. KG (EWB-PMB) auf der Flandernhöhe die letzten 33 von insgesamt rund 200 bezahlbaren Miet- und Eigentumswohnungen fertigstellen. Im März 2025 zogen die ersten Angestellten der Städtischen Pflegeheime Esslingen am Neckar sowie der Sozialstation Esslingen ein. Ebenso abgeschlossen wurde das Baugemeinschaftsprojekt HUB³ in Baltmannsweiler mit fünf erschwinglichen Eigentumswohnungen, das die EWB-PMB als Bauträger nach dem „Esslinger Modell“ unterstützte. Die Planung weiterer Neubauvorhaben wie zum Beispiel in der Forststraße, wo vier Eigentumswohnungen errichtet werden sollen, sowie für das Tobias-Mayer-Quartier hat die EWB weiter forciert. „Für diese beiden Projekte erwarten wir bald den Baubeginn“, erklärte Hagen Schröter.
Dass man neuen, zusätzlichen Wohnraum nicht immer unbedingt mit einem größeren Bauvorhaben realisieren muss, bewies die EWB in der Karl-Pfaff-Straße und in der Tannenbergstraße. Dort hat sie das vorhandene Dachgeschoss aufgestockt beziehungsweise ausgebaut und auf diese Weise kostengünstig und flächenschonend moderne Wohnungen geschaffen. Insgesamt hat die EWB 2024 für den eigenen Bestand sieben Wohnungen fertiggestellt, der aktuell über 3.000 Wohneinheiten umfasst.
Weiterhin investiert hat die EWB in die bedarfs- und klimagerechte Modernisierung ihres Bestands, wenngleich mit knapp vier Millionen Euro etwas weniger als im Vorjahr. Um den CO2-Ausstoß weiter zu reduzieren, setzt die EWB unter anderem auf den Anschluss an grüne Nah- und Fernwärmenetze, den Einbau von Wärmepumpen sowie die Wärmedämmung von Fassaden. Wohnungsnahe umwelt- und klimafreundliche Energie produziert die EWB mit aktuell 59 Photovoltaikanlagen und über die Wasserkraft-Turbine Bäckermühle. Über zwei Millionen Kilowattstunden grünen Strom aus Sonne und Wasser pro Jahr kann die EWB dadurch erzeugen. Langfristig plant die EWB die Wärmeversorgung im Bestand zu hundert Prozent auf erneuerbare Energien umzustellen. „Durch ihre zusätzliche energiewirtschaftliche Kompetenz nimmt die EWB eine Vorreiterrolle bei der ökologischen Transformation ihres Bestands ein“, sagte der stellvertretende EWB-Aufsichtsratsvorsitzende Kai Scholze. „Dieses Engagement ist besonders erwähnenswert, da das Thema ökologische Nachhaltigkeit politisch und gesellschaftlich etwas an Priorität verloren hat.“
Außerdem plant die EWB, neue Wohngebäude mindestes nach Effizienzhaus-Standard KfW 55 zu errichten, Bestandsgebäude sollen mindestens nach dem KfW-Standard 85 energetisch saniert oder modernisiert werden – sofern es sich wirtschaftlich sinnvoll umsetzen lässt. Neubauten sollen außerdem möglichst in Holz-Hybrid-Bauweise erstellt und Baustoffe recycelt werden. Zusätzlicher Wohnraum soll weiterhin durch die ressourcenschonende Aufstockung bestehender Gebäude entstehen.
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